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Bioabfallvergärungsanlage Münster

Das Verfahren:

Bei dem von der Firma Passavat-Roediger realisierten Verfahrenskonzept handelt es sich um eine einstufige thermophile Nassvergärung. Der Bioabfall wird zunächst in der trockenmechanischen Verfahrensstufe zerkleinert und homogenisiert. Weiterhin werden Fremdstoffe, wie z.B. Metalle, entfernt. In der anschließenden nassmechanischen Auf-bereitung wird der Bioabfall unter Zugabe von Wasser in eine pumpfähige schlammähnliche Suspension überführt. Gleichzeitig werden Schwerstoffe, z.B. Sand, Steine, Glas, und Leichtstoffe, z.B. Plastik, separiert.

Die Suspension wird anschließend der anaeroben Behandlung, der so genannten Vergärung, zugeführt. Die Vergärung erfolgt hier im thermophilen Temperaturbereich bei ca. 55 °C. Während des Vergärungsprozesses kommt es zum mikrobiellen Abbau organischer Substanz und infolge dessen der Bildung zu Biogas, das zur Erzeugung elektrischer und thermischer Energie verwendet wird. Der ausgefaulte stabilisierte Gärrückrest wird anschließend entwässert. Der Gärrest weist Rottegrade von II bis IV auf.

Daten und Fakten:

  • Input: Separat gesammelter Bioabfall aus Haushalten und Gewerbe
  • Durchsatz:
    1.Ausbaustufe: 11.000 t/a
    2. Ausbaustufe: 22.000 t/a (7 t/h, 1 bzw. 2 Schichten)
  • Trockensubstanzgehalt (TS) im Bioabfall: 30-40 %
  • Gehalt organischer Trockensubstanz an der TS: 65-80 %
  • Passavant-Roediger Anlagenbau GmbH Lieferumfang: Schlüsselfertige Erstellung der kompletten Anlage in Arbeitsgemeinschaft mit dem Baupartner Bilfinger Berger Bau AG
  • Wasserbedarf: ca. 0,6 m³/t
  • Wärmebedarf: ca. 130 kWh/t
  • Strombedarf: ca. 70 kWh/t
  • Gasproduktion: ca. 120 Nm³/t
  • Methangehalt: ca. 55-65 %
  • Erzeugung elektrischen Stroms: ca. 230 kWh/t
  • Erzeugung nutzbarer Wärme: ca. 330 kWh/t

Technik der trockenmechanischen Aufbereitung:

  • Lagerung/Aufgabe
  • Metallabscheidung
  • Zerkleinerung

Technik der nassmechanischen Aufbereitung:

  • Anmaischung
  • Leichtstoffabscheidung
  • Schwerstoffabscheidung

Technik des anaeroben Prozesses:

  • Intensivierte Faulung durch optimale Durchmischung mittels Gaseinpressung
  • Einstufige Nassvergärung
  • Thermophile Betriebsweise
  • Biogasproduktion und -verwertung
  • Entwässerung der Gärreste
  • Prozesswasser-Kreislaufführung
  • Ablufterfassung und -reinigung